Hallo ihr Lieben,
nun haben wir uns nach einer ganzen Weile endlich mal die Zeit genommen, um euch auf den neusten Stand zu bringen, wobei die meisten ja eh mittlerweile Bescheid wissen.
Wir lassen sehr bald Fotos folgen, vorerst aber, um das Internet nicht zu sehr zu überlasten, erstmal nur Lektüre für das Schmuddelwetter!
Wir sind gut auf der Insel angekommen und aufgenommen worden. Die meisten Leute sind sehr nett und aufgeschlossen.
Wir sind nicht die einzigen nicht-australischen Staff Mitglieder. Neben uns gibt es noch zwei weitere deutsche: John und Alex. Mit letzterem verstehen wir uns sehr gut und verbringen auch sehr viel Zeit wie Karten spielen bei schlechtem und baden, schorcheln, sonnen, Billard spielen etc. Außerdem haben wir schon mit Leuten aus Kanada, Amerika, Indien, Süd-Korea, Neuseeland, England und Wales gesprochen.
Heron Island ist wirklich atemberaubend. Es ist halt eine Insel, wie man sie auf Postern findet. Beeindruckend war schon die 2 stündige Fahrt mit dem Heron Islander, dem Inselkatamaran, hierher. Vorbei an einigen kleinen unbewohnten Inseln mit riesigen Sandstränden, durch kristallblaues Wasser.
Auf Heron Island wohnen rund 100 Staff-Mitglieder und bis zu 280 Gäste. Da der Aufenthalt auf der Insel relativ teuer ist, bleiben die meisten Gäste nicht länger als 3 Tage. Ein Zimmer der billigsten Kategorie bekommt man ab 400$ am Tag, der Transfer von Gladstone mit dem Boot hin und zurück kostet nochmal 160$ und über die Flugkosten nach Australien/Gladstone denkt man besser gar nicht erst nach. Falls das jemanden nicht abschrecken sollte, einen kleinen Abstecher hierher zu wagen, der wird nur 50% aller Kosten bezahlen müssen, wenn wir bei der Buchung angegeben werden und die Bekanntschaft bestätigen!
Die Insel kann man in 30 Minuten komplett umlaufen. Am Strand ist es nur fast so voll wie am Bondi Beach in Sydney. Man trifft höchstens alle 5 Minuten auf einen Menschen.
Neben den Menschen leben rund 200 000 Vögel auf der Insel. Neben den zahlreichen Noddieseeschwalben, Möven und Rail-Birds, gibt es noch die Mutton Birds. Jene sind dafür verantwortlich, dass man nachts entweder gar nicht, schwer, oder nur mit Ohrstöpseln schlafen kann. Sobald es dunkel ist fangen sie an, sich gegenseitig Liebeslieder zu "singen". Für die Muttons soll es wunderschön klingen, für uns nicht nachvollziehbar und einfach wie Wehklagen. Sie können ebenso wenig im dunkeln sehen, wie sie singen können, was sie allerdings unbegreiflicherweise nicht vom fliegen fernhält. Wenn man nachts nicht aufpasst, kann es passieren, dass einem etwas ins Gesicht fliegt, was mir letzte Nacht passiert ist. Meistens endet der Flug allerdings an Wänden oder in Bäumen, was dann, mit etwas Sadismus, schon wieder lustig ist.
Ansonsten wird hier in unserem Staff-Dorf fast jede Nacht zum Tag gemacht. Irgendeiner findet immer was zum feiern und wenn man nicht noch übermüdet von der letzten Nacht ist, oder morgens sehr früh raus muss, schließt man sich dem meistens an. Unsere Staff Bar/Disko mit Pooltisch und Dartscheibe hat jeden zweiten abend geöffnet. Hier kann man (für australische und Heron-Island Verhältnisse) alkoholtechnisch echte Schnäppchen schlagen und ein Bier für 3$ kaufen! Alkohol ist auch der einzige Grund, hier Geld auszugeben. Softgetränke und Wasser bekommt man in Uniform auf Arbeit an der Bar, oder in der Staff-Kantine umsonst. Essen und Unterkunft wird uns direkt vom Verdienst abgezogen.
Wir schätzen uns mehr als glücklich, hier arbeiten zu dürfen. Die Arbeit ist nicht zu hart, wir können zwischendurch genügend Pausen einlegen. Die Insel unterteilt sind in mehrere Departments (Abteilungen), wie Maintenance (Handwerker), Food and Beverage (Restaurant und Bar), Marine (Tauchlehrer und Skipper), Office und unseres, Housekeeping.
Wir haben in den vergangenen Wochen bis auf den Zimmerservice alles gelernt:
Nightcleaner: Restaurant, Bar und Office reinigen;
Daycleaner: Öffentliche Bereiche sauber halten und
Houseman: Abreisende Gästezimmer abziehen und die Minibars alles Häuser checken/aufstocken.
Die vorgesehene Arbeitszeit beträgt 7 1/2 Stunden, 5 Tage die Woche. Überstunden werden doppelt bezahlt.
Wir planen, für die nächsten Monate hier zu bleiben und genügend Geld anzusparen, um sorgenfrei durch Australien zu reisen und eventuell auch Geld mit nach Hause nehmen zu können. Der Job ist zu gut, um ihn nach kurzer Zeit wieder aufzugeben. Deswegen, und vorallem der gesamten Insel, mit den Stränden, dem Steg, von dem man wunderbar wie im Freibad vom Turm ins Wasser springen kann wegen und der guten Atmosphäre auf Arbeit und danach sind wir mehr als froh, hier zu sein. Ich für meinen Teil kann unser Glück trotzdem noch nicht ganz fassen!
Doch trotz der gesamten Situation kommt man dennoch nicht umhin, an zuhause zu denken. Mit einem kleinen, weinenden Auge, weil man doch sehr weit weg ist von allem gewohnten und einem großen lachenden, weil das Wetter hier echt perfekt ist. Wir haben am Tag nie weniger als 30 Grad und eigentlich immer Sonnenschein. Nur die letzte Woche hatte es in sich. Wir sind in einen Monsun geraten, der sich 5 Tage gehalten hat. In den 5 Tagen hat es durchgängig geschüttet und gestürmt, was einigen Bäumen und vielen Vögeln das Leben gekostet hat. Die Folgen sind noch heute anhand vieler toter Vögel auf den Wegen zu erkennen. Während dieser Zeit waren wir komplett vom Festland abgeschnitten. Wir hatten in den ersten Tagen auch nur 4 Stunden am Tag fließendes Wasser (warum genau wissen wir immer noch nicht genau) und der Strom fiel öfters aus. Wäre der Regen und die klatschnasse Kleidung auf Arbeit nicht gewesen, hätte man einfach darüber hinweg sehen können. Aber wir haben es ja überlebt und jetzt haben wir wieder Traumwetter!
Euch zuhause wünschen wir alles liebe und Gesundheit, auch im Regen (nicht ganz ohne Genugtuung)!
Nur die besten Wünsche gehen an euch alle!
Leo & Basti
(verfasst von Leonard)
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